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Auch ohne Quote: Frauen erobern die Welt des Poker

Es ist noch gar nicht so lange her, da sah man weit und breit nur Vertreter des männlichen Geschlechts, wenn man sich an den Pokertischen der Welt umblickte. Auch hier herrschte eine größtenteils klassische Rollenverteilung: Die Männer zockten - und die Frauen brachten das Bier. Zwar als ordentlich bezahlte Kellnerinnen, aber trotzdem. Nun scheint sich das Blatt zu wenden, und zwar buchstäblich: Frauen erobern immer mehr die Welt des professionellen Poker und können sich auch bei hochdotierten Wettstreiten mit ihren männlichen Counterparts messen. Doch woher kommt dieser Wandel? Und mit welchen Ladies muss man in Zukunft verstärkt rechnen? Dieser Artikel klärt auf.

Männlicher Überhang wird langsam abgelöst

Keine Frage, männliche Pokerstars gibt es immer noch zuhauf.
Blickt man in die aktuelle Weltrangliste der besten Spieler, so findet man dort ausschließlich Männer - wer mehr über die 5 besten Pokerspieler erfahren will, liest dort von keiner einzigen Frau. Doch das könnte sich schon bald ändern. Noch vor drei Jahren bemängelte Vice Magazin, dass bei der WSOP das Finale aus 100 Prozent Testosteron, null Prozent Östrogen bestand. Bis 1995 musste der Verfasser graben, bis er mit Barbara Enright eine Frau am Tisch ausfindig machen konnte. Und das liegt nicht etwa an fehlendem Talent: Ähnlich wie Computerspiele werden Pokerturniere hauptsächlich an Männer vermarktet. Doch auch wenn sie sich nicht direkt angesprochen fühlen, wagen immer mehr Frauen den professionellen Weg an den Pokertisch.

Karriere online und offline

In der Offline-Pokerwelt ist der weibliche Anteil noch relativ mickrig mit nur fünf Prozent - allerdings ist das eine fünffache Steigerung, wenn man bedenkt, dass er vor wenigen Jahren noch bei lediglich einem Prozent lag. Am Online-Tisch scheinen Frauen sich wohler zu fühlen - möglicherweise auch, weil die Anonymität ihr Geschlecht verschleiert. Hier finden sich in guten Partien bis zu 40 Prozent Frauen, die es offensichtlich in der unwirtlichen Atmosphäre einer Pokerrunde aushalten können. Denn eines ist klar: Hier loggt sich keiner ein, um neue beste Freunde zu finden.

Liv Boeree - Power aus UK

Vor dieser Britin müssen sich Pokerspieler wirklich in Acht nehmen: Sie hat nicht nur eines der heiß begehrten WSOP-Armbänder im Laufe ihrer Karriere errungen, sondern auch ein EPT-Championship für sich entschieden. Ihre Gewinne belaufen sich auf insgesamt 3,5 Millionen Dollar, mit denen sie zu den besten fünf weiblichen Pokerstars der Welt gehört. Auf dem Weg dorthin erfuhr sie viel Unterstützung: unter anderem von den ehemaligen Profis Annie Duke und Dave Ulliott.

Annette Obrestad - Früh übt sich

Auch beim Poker liegen die Skandinavier ganz weit vorne - unter anderem mit Ausnahmetalent Annette Obrestad. Ihre Karriere begann online bei den Marktführern Pokerstars und UltimateBet, und zwar noch bevor sie die Grenze zur Volljährigkeit überschritten hatte. Auch sie ist in Besitz eines WSOP-Armbandes und stand schon im Finale der European Poker Tour.

Kathy Liebert - Leben und Spiel in Las Vegas

Kathy Liebert begibt sich gerne mit Sonnenbrille und Cap an den Pokertisch, um den Gegenspielern so wenige Indizien wie möglich mitzugeben. Die Strategie scheint zu funktionieren: Bisher brachte sie es zu 47 WSOP Money Finishes und spielte etwa 6 Millionen Dollar ein. Ihre besten Zeiten waren Anfang der 2000er, als sie 2005 im Borgata Poker Open Drittplatzierte wurde. Heute lebt sie in Las Vegas - schön nahe am Beruf.

Annie Duke - die Duchess

In Anspielung auf ihren Nachnamen wird Annie Duke auch gerne als die "Duchess of Poker" (zu deutsch: Herzogin) bezeichnet. Bereits in den Neunzigern startete sie beim WSOP durch und zog ähnlich wie Kathy Liebert der Karriere wegen nach Vegas - in Begleitung ihres Ehemannes. Bei der WSOP verzeichnete sie ihre größten Erfolge, die bis heute nur von Vanessa Selbst übertroffen werden konnten.

Vanessa Selbst - Frauenpower vom Feinsten

Diese First Lady des Poker hat einiges an Grips - sonst hätte sie wohl kaum ihren Doktor in Jura ablegen und gleichzeitig die bisher glänzendste weibliche Pokerkarriere der Welt hinlegen können. Besonders bemerkenswert ist ihr Erringen von insgesamt drei WSOP-Armbändern - etwas, das vor ihr noch keiner Frau gelungen ist. In der Welt des Poker ändert sich also etwas - bleibt nur zu hoffen, dass sich die Nachwuchsgeneration der Pokerspielerinnen von diesem Artikel inspirieren lässt!




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