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Gamefront: Die aktuelle Ausgabe


Daten:

System: Xbox 360
Entwickler: 2K Sports
Vertrieb: 2K Sports
Version: PAL
Test in GAMEFRONT # 47 Dezember 2005


Snowboarden mit mentaler Nebenwirkung: Nach vollführten Extrem-Tricks überflutet Amped 3 das Hirn mit irren Videosequenzen.



Klirrende Kälte, perfekte Sicht und göttlich präparierte Pisten - ein Traum für Wintersport-Spezialisten. Wäre da nicht Baron von Havocs diabolischer Plan: Er verwandelt Menschen mit Hilfe unterschwelliger Einflüsterungen in willenlose Marionetten.

Ab aufs Snowboard, um die Kumpanen Hunter, Wiener Boy, Sebastian und J-Dawg vom Bann zu befreien. Der Amped 3 'Story Modus' startet auf dem Northstar, einem von sieben Bergen. Hat der Spieler nach ein wenig freier Fahrt die Balance gefunden und erste Tricks eingeübt, lässt sich seine Klasse in zahlreichen Wettbewerben beweisen.

Sensationelle Stunts liefert man wie am Fließband ab: Die Steilrampe direkt anfahren, via A-Taste hoch abspringen und in der Luft einen Analogstick 720°-Dreher mit Grab zum Board hinlegen. Dann schnell über ein Geländer 'grinden', zum Abschluss mittels Schultertasten durch den Tiefschnee carven - das schindet Eindruck und lässt die Wertung explosionsartig in die Höhe schnellen. Ähnlich schnell verpuffen die mühselig ergatterten Punkte allerdings bei einem unfreiwilligen Griff in den Schnee.

Tückische Slalom-Fahrten durch 'Magic Gates' oder das 'Schlitten Trauma', bei dem man sich möglichst schwere Verletzungen zufügen soll, sorgen für verrenkte Daumen. Sind genügend viele Medaillen eingeheimst, geht's zum 'Story Challenge', wo die Anforderungen hoch sind: So muss der Snowboarder einen gewaltigen Sprung durch die Einstiegsluken zweier fahrender Seilbahnwagons bewältigen, oder Havocs Häschern im Zeitlimit auf dem Schneemobil entkommen.

Die eigentliche Belohnung gibt's danach zu sehen: Absolut kranke Videosequenzen, die wie eine Mischung aus Muppet-Show, Manga-Streifen und Nickelodeons Action League Now! aussehen.




Im Gegensatz zur rasanten 1080° Serie, widmet sich Amped 3 den Trick-Anteilen des Snowboardens. Der Spaß-Faktor regiert, so dass selbst bei Anfängern kein Frust entsteht. Die gutmütige Steuerung führt kombinierte Manöver souverän aus, selbst bei zeitlich nicht perfekt abgepassten Stick-Bewegungen.

Sogar waghalsige Kunststücke gehen ohne Mühe problemlos von der Hand. Das entpuppt sich aber nach etwa fünfstündiger Spieldauer als Motivationsdämpfer: Der Schwierigkeitsgrad ist zu niedrig angesetzt - nahezu alle Veranstaltungen meistert der Xbox 360 Snowboarder im ersten Anlauf, der 'Story-Modus' ist im Nu erledigt. Danach besteht kaum noch Grund zum Weiterspielen. Hielten vormals die abgedrehten Zwischensequenzen bei Laune, wird das einfache durch-den-Schnee-hopsen schnell langweilig.

Man spielt zwar Kleidung, Frisuren und Ausrüstung zum optischen Aufpeppen der Figur frei, doch auf Dauer hätte wohl nur ein ansprechender Mehrspieler-Modus genügend Inhalt geboten; abgesehen von Online-Ranglisten und Schlittenfahrt zu zweit ist der fast vollends unter die Räder gekommen.

Die Grafik erfüllt die Erwatungen an einen Next Generation Starttitel. Enorme Weitsicht, flüssiger Bildaufbau und naturgetreue Bewegungsabläufe erzeugen ein nahezu realistisches Fahrgefühl.
Lediglich beim Modellieren der Gesichter hätte 2K Sports sich mehr Mühe geben sollen. Die glitzernden Oberflächeneffekte der Schneelandschaft kommen in HD-Auflösungen besser zur Geltung, aber auch im klassischen PAL Format lässt die Bildqualität kaum zu wünschen übrig.

Ein üppiger Umfang an Musikstücken lässt beim Zuhören keine Langeweile aufkommen. Lobenswert: Die feschen Hip-Hop, Punk und Metal-Tracks stammen vorwiegend aus der Feder unverbrauchter Independent Künstler.

2K Sports ist mit Amped 3 ein passabler Wurf gelungen. Snowboard-Begeisterte berauschen sich an der intensiven und spaßigen Spielerfahrung. Zumindest so lange, bis die auf cool-getrimmte Fassade bröckelt und dem insgesamt doch etwas zu lauem Geschicklichkeitsspielchen die Puste ausgeht.





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