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Gamefront: Die aktuelle Ausgabe


Daten:

System: PS4, Xbox One, PS3 (getestet), Xbox 360
Entwickler: DICE
Vertrieb: Electronic Arts
Version: PAL


Mit zerstörbaren Schlachtfeldern und einem neuen Commander-Modus ziehen bis zu 24 Online-Spieler in die Schlacht um die Shooter-Krone.



"War. War never changes", um mal mit einem Zitat anzufangen. Doch während es in Fallout mit jeder neuen Episode mehr oder weniger Neues zu entdecken gibt, hält sich DICE bei Battlefield 4 mit allzu großen Neuerungen zurück. Aber das muss nicht schlecht sein, im Gegenteil: Battlefield 3 war bereits ein starker Shooter, der gerade im Mehrspieler-Bereich mehr Laune machte als Call of Duty.

Landschaftliche Echtzeit-Veränderungen der Levels mit neuer "Levolution"-Technik und verbesserte Multiplayer-Schlachten zu Land, zu Wasser oder in der Luft sollen Battlefield 3 übertreffen und den langjährigen Call of Duty Konkurrenten mit einem Kopfschuss aus dem Rennen befördern.

In der Solokampagne ist man Teil der amerikanischen Tombstone-Einheit, die gegen Streitkräfte aus Russland und China rund um den Erdball reist. Die Levels sind mal schlauchartig, mal weitläufig und offen. Auf Tastendruck greift das Team ausgewählte feindliche Einheiten an, während auch mal ein Kampfhubschrauber auf Kommando ins Geschehen eingreift. Der Einzelspieler-Modus ist nur zum Aufwärmen gedacht, denn die Mehrspieler-Gefechte bilden in Battlefield 4 erneut den Schwerpunkt. Wem das nicht reicht, der geht auf ein spezielles Testgelände und tobt sich mit dem kompletten Fuhrpark aus. Zum Freischalten von Waffen wie dem MG M249 oder das Shank-Messer sollte man einen Blick in den Solomodus riskieren.

Im Multiplayer sucht man sich eine von vier Klassen aus: Sturmsoldat, Pionier, Versorgung oder Aufklärer. Der Server Browser hilft bei der schnellen Suche nach einem passenden Spiel.

Bis zu 24 Spieler stürmen online über zehn Karten: Sie ballern sich durch die überflutete "Flood Zone", attackieren sich auf der weitläufigen "Golmund Railway" Karte mit Fahrzeugen, Panzern und Jets. Im "Hainan Resort" landet man in einer tropischen Umgebung , in welcher der Fokus auf Infanterie-Kämpfen liegt. "Dawnbreaker" ist ein Nacht-Level in einer Großstadt, in dem zwar erneut die Infanterie im Mittelpunkt steht, aber auch Jets verfügbar sind. Die Karten verändern sich im Spielverlauf, was die Entwickler "Levolution" nennen. Steigendes Wasser überflutet den Level, so dass die Spieler manche Passagen nur noch mit Booten überqueren können. Hochhäuser stürzen ein und verwüsten die Gegend mit Trümmern. Die Frostbite 3 Engine sorgt für diese Zerstörungen auf den Karten: Dämme zerbersten nach Panzerbeschuss, schützende Barrikaden lösen sich im MG-Dauerfeuer nach kurzer Zeit auf.

Für ausgefeilte Aktionen an der Seite seines Teams gibt es wertvolle Punkte, mit denen man in jeder Klasse neues Waffen und Extras freischaltet. Die Battle Packs enthalten Boosts - sie bringen vorübergehend mehr Erfahrungspunkte - und Waffenzubehör. Es gibt sie bei einem Aufstieg und für Fortschritte mit einer Waffe.

Mit dem "Schnellen Spiel" wählt man einen von sieben Modi, darunter Eroberung, Team-Deathmatch, Vorherrschaft oder Entschärfung. Im neuen "Vernichtungs"-Modus kämpfen zwei Teams um einen Sprengsatz, mit dem man bestimmte Ziele der Feinde in die Luft jagen muss. Im "Commander Modus" befehligt man sein Team via Tablet auch von unterwegs. Nur einen Co-Op Modus gibt's nicht.





Nachdem ich die letzten zwei Jahre in Afghanistan im Einsatz war und einen Durchschuss am Oberarm erleiden musste, freue ich mich, von zu Hause aus in einer friedlicheren Umgebung in die Battlefield Schlacht ziehen zu können.

Die Solokampagne ist ein rund sechs Stunden langes Tutorial, wie schon beim Vorgänger. Ansonsten herrscht hier derselbe Irrsinn wie in Call of Duty: Eine hanebüchene Geschichte und blasse Charaktere mit dem emotionalen Tiefgang eines Eierkochers machen den Fronteinsatz zu einem ähnlich spannenden Ereignis wie YouTube-Videos von medizinischen Fußpflegern im Altersheim. Merke: Battlefield 4 ist ein Multiplayer-Shooter, Einzelgänger haben in dem Kugelhagel nichts verloren!

Der Mehrspieler-Part setzt auf Bewährtes aus Battlefield 3 und bietet dennoch interessante Neuerungen. Besonders die sich verändernden Levels mit "Levolution" Feature sowie die neuen Spielmodi sagen mir zu: Hitzige Action-Fans werden genau so gefordert wie coole Strategen.

Auch wenn sich nur 24 Spieler auf den Schlachtfeldern tummeln, so sind die Karten manchmal doch etwas zu groß: Die Gefechte konzentrieren sich auf einige kompakte Punkte auf der Karte, während in den anderen Gebieten kein Mensch rumläuft und sie leerer sind, wie eine U-Bahn-Station morgens um halb 2.

Die Frostbite 3 Engine erschafft eine realistische Spielumgebung, die unter starkem Beschuss auch mal in sich zusammenfällt wie das Kartenhaus von verlogenen Politikern. Online ist die Grafikqualität schlechter als in der Kampagne: Texturen werden teilweise erst spät eingeblendet und gelegentliches Tearing ist zu beobachten - enttäuschend.

Einige Bugs stören die Scharmützel: In den Online-Gefechten kam es desöfteren zu Abstürzen, so dass die Konsole komplett ausgeschaltet werden musste. Schlimmer war da schon der Verlust des Spielstandes - super! Auch einige Lags zu Beginn eines Matches nerven. DICE sollte dringend mit einem Patch nachbessern. Eigentlich dachte ich, dass Ubisoft der Meister darin ist, verbuggte Spiele rauszubringen und dann keinen Patch abzuliefern. Sollte DICE den Patch durch "merkelsches Aussitzen" nicht abliefern wollen, wäre das eine ziemliche Sauerei.

Die Präsentation ist spitze, die Spielmechanik bewährt. Die Beleuchtungs- und Blendeffekte finde ich übertrieben: Manchmal tanzen mehr Lichtpunkte auf dem Bildschirm rum als Scheinwerfer von entgegenkommenden Autos beim Geisterfahren.

Hardware am Limit: Battlefield 4 ist ein starker Multiplayer-Shooter, der aber online unter technischen Problemen zu leiden hat - die PS3 ist zeitweise überfordert, weshalb der Online-Modus leider auch recht viele Fehler hat. Die Solokampagne ist nichts im Vergleich zu Halo-Kampagnen oder Half-Life 2, da hier wohl Drehbuch-Autoren aus Entenhausen am Werke waren. Technisch kommt die PS3 an ihre Grenzen.

Unterm Strich zeigt sich Battlefield 3 im Direktvergleich ausgereifter. Battlefield 4 erweckt auf der PS3 dagegen den Eindruck, dass es schnell auf den Markt kommen musste. Wer die Möglichkeit hat, sollte zur PS4- oder Xbox One-Version greifen: Die neuen Konsolen haben das Battlefield-Schwergewicht deutlich besser im Griff und legen optisch auch nochmal eine Schippe drauf.




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