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Gamefront: Die aktuelle Ausgabe


Daten:

System: Xbox 360
Entwickler: Turn 10
Vertrieb: Microsoft
Version: PAL
Getestet von: Maik Bütefür


Mehr Autos, mehr Strecken, mehr Tuning, mehr Spaß? Im dritten Anlauf wollen Microsoft und Entwickler Turn 10 dem "Real Driving Simulator" endlich die Rücklichter zeigen.



Schon seit 2005 versucht Microsoft dem großen Genrekönig Gran Turismo davonzufahren, bislang allerdings vergeblich. Mit Forza Motorsport III soll sich das endlich ändern, und die nackten Zahlen sind extrem beeindruckend: über 400 Fahrzeuge, 136 Strecken (ohne Testkurse und rückwärts gefahrene Strecken immerhin noch 55), ein umfangreicher Editor für Fahrzeuglackierungen und 11 Online-Spielmodi.

Das muss die Konkurrenz erst mal toppen! Entwickler Turn 10 hat sich aber auch darum bemüht jeden möglichen Spielertyp zufrieden zu stellen und zahlreiche Fahrhilfen eingebaut. Im Extremfall muss man nur noch ein wenig lenken und gewinnt das Rennen fast einhändig. Der Clou: für ein gewonnenes Rennen gibt es einen Basisbetrag, jede abgeschaltete Hilfe steigert diesen Betrag.

Wer komplett ohne Fahrhilfen auskommt, verdient glatt das Doppelte. Alternativ beauftragt man vor dem Rennen einen virtuellen Fahrer und schaut bloß zu, bekommt dann aber nur die Hälfte des Preisgeldes. Nicht ganz so drastisch, aber ebenfalls sehr hilfreich ist die Rückspulfunktion, die während eines Rennens jederzeit ohne Strafe eingesetzt werden darf. Unter den Strecken finden sich viele gute Bekannte wie Suzuka, Laguna Seca oder der Nürburgring, aber auch einige von den Entwicklern selbst entworfene Kurse.

Wer einfach nur fahren will, kann jeden Kurs mit jedem Auto in einer schnellen Runde angehen, wer die Autos besitzen und tunen will, der startet den Karrieremodus. Hier geht's entweder im Kalender von "Event" zu "Event" oder man sucht sich das gewünschte Rennen in einer großen Tabelle selbst aus. Einige Rennen können mit jedem beliebigen Fahrzeug angegangen werden, später gibt's Leistungsgrenzen und andere Vorgaben, die erfüllt sein müssen. Mit jedem Rennen steigert man seine Erfahrungspunkte und gewinnt für jede Stufe ein Fahrzeug, bis man Level 50 erreicht hat.

Das Tuning fällt umfangreicher aus als bei der Prologue-Konkurrenz und erinnert an alte Gran-Turismo-Zeiten. Auspuffanlage, Luftfilter und Schwungrad können in mehreren Stufen eingebaut, aber sogar ganze Motoren und Antriebsarten können ausgetauscht werden.




17 Stunden reine Fahrzeit, 28 Stunden im Editor, irgendwas muss das Spiel ja richtig machen, sonst hätte ich nicht so viel Zeit investiert. Allerdings zeigen diese beiden Werte auch, was den Unterschied zu Gran Turismo ausmacht. Die eigentlichen Rennen sind unspektakulär und oft langweilig.

Trotz unzähliger Kurse schicken mich die Entwickler immer über die gleichen öden Strecken und gestalten die Rennen dann auch noch zu lang. Silverstone ist schon nach drei Runden einschläfernd und "Events", bei denen man identische Streckenabschnitte gleich dreimal hintereinander fahren soll, sind an der Grenze zur Unverschämtheit.

Die Fahrphysik ist klasse, die Steuerung mit dem Pad aber sehr empfindlich. Selbst auf der niedrigsten Einstellung sind langgezogene Kurven schwer sauber zu fahren. Mit dem Lenkrad geht's besser, aber auch dann sind besonders höherklassige Karren recht nervös auf der Hinterachse. Der Vorteil: Drifts sind leichter zu starten und zu beherrschen als bei Gran Turismo.

Schade, dass es kein einziges "Drift Event" gibt und einzig im Mehrspielermodus um Punkte seitwärts gefahren wird. Optisch gibt's nix zu meckern. Die Fahrzeuge sehen unfassbar gut aus, die Bildrate liegt bei konstanten 60 Frames und dennoch hat Gran Turismo diesen besonderen Wow-Faktor, der durch die grandiose Beleuchtung erreicht wird. Fehlende Wetterbedingungen oder Tageszeiten kann man schwer vorwerfen, die gibt's bei der Konkurrenz schließlich auch nicht, aber sie fehlen. Immerhin gibt's ein halbwegs brauchbares Schadensmodell und sogar überschläge.

Absolutes Highlight des Spiels bleibt aber der Editor für die Karren. Der ist so ziemlich das Beste, was es in diesem Sektor jemals gab und kinderleicht zu bedienen. Profis zaubern unfassbare Designs auf die Karren, aber selbst Anfänger finden sich schnell zurecht. Wenn ich daran denke, dass ich bei GT nachträglich nicht mal mehr die Farbe meines Autos ändern darf, komm' ich aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. In Forza III kann ich unzählige Designs und Tuning-Setups erstellen und abspeichern, muss den Wagen aber nur einmal kaufen. So muss das aussehen!

Ich bin ja mal gespannt, ob GT5 in diesem Bereich nachlegen kann. Was Forza III fehlt, ist Eigenständigkeit. Suzuka, Laguna Seca, LeMans, Nürburgring und Co. sind ja schön und gut, aber die bin ich alle auch schon vor fünf Jahren in Gran Turismo 4 gefahren. Die wenigen "neuen" Kurse sind allesamt nicht halb so gut wie die markanten Strecken, die Polyphony jedes Mal aus dem Hut zaubert.




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