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Gamefront: Die aktuelle Ausgabe


Facts:

System: Xbox / Gamecube / PS2
Entwickler: Electronic Arts
Vertrieb: Electronic Arts
Version: PAL
Test in GAMEFRONT # 45 März 2005


007 einmal anders: Mit den Kräften des Superauges 'Goldeneye' kämpft man auf Seiten der Bösen gegen Dr. No.



Im Geheimdienst ihrer Majestät verliert Agent Hunter ein Auge und den Glauben daran, für das Gute einzustehen. Dem demotivierten Ex-Agenten widmet sich der Schurke Auric Goldfinger: Er lässt ihm von Francisco Scaramanga ein synthetisches Auge mit Superfähigkeiten implantieren, um den gemeinsamen Feind Dr. No zur Strecke zur bringen.

In Electronic Arts 'Anti-007'-Ego-Shooter stehen nicht die herkömmlichen Schusswechsel im Mittelpunkt, sondern die speziellen Kräfte des 'Goldeneye'. Das Auge des abtrünnigen Agenten erhält in den acht Levels 4 Upgrades, deren Funktionen man auf Knopfdruck für einige Sekunden aktiviert.

Der Polaritätsschild lenkt Kugeln und andere Angriffe ab, die MB-Sicht macht Objekte transparent: Man sieht Wachposten hinter Tür und Panzer, mit dem Mag-Rail erschießt man die überraschten Feinde durch das Hindernis. Der EM-Hack manipuliert Waffen, so dass sie nicht mehr funktionieren und beeinflusst elektronische Gegenstände: Auf einem Förderband rast eine Kiste in die Verfolger, Elektroschocks setzen in Dr. Nos Basis Metallplattformen auf mehreren Ebenen unter Strom. Mit dem Magnetfeld schleudert man einen Gegner weg, dessen Flugrichtung sich via linkem Stick beeinflussen lässt.

Von den sechzehn Waffen lassen sich einige mit jeweils einer Hand führen, wodurch man mit zwei Kanonen gleichzeitig schießt: Links feuert man die durchschlagkräftige Mamba-Pistole ab, rechts gleichzeitig die Standardknarre Spec-9. Das Scharfschützengewehr Longbow SR oder das Sturmgewehr AR4 Commando sind zusammen mit ihrer Zoomfunktion nur beidhändig zu benutzen - im Nahkampf schmettert man dem Soldaten die Faust ins Gesicht.

Als Schurke kämpft man mit tückischen Tricks: Goldeneye greift sich einen Soldaten als menschliches Schutzschild und wirft ihn schreiend in die Angreifer. Auf Tastendruck aktiviert man Fallgruben und Giftgas aus Ventilen.
Lebensenergie und die Kraft fürs 'Goldeneye'-Auge regenerieren sich nach einiger Zeit selbst, neue Munition und schusssichere Westen gibt's durch Einsammeln. Mehrspieler-Duelle sind im geteilten Bildschirm und auf der Xbox auch online möglich.




Der Seitenwechsel hat dem Agenten gut getan, wenngleich die Thematik mehr hergegeben hätte. Die spärlichen Auftritte von Scaramanga und Dr. No sind nicht der Rede wert, im Kampf hat man es überwiegend nur mit gesichtslosen Soldaten zu tun. Das Bond-Universum hat weitaus mehr zu bieten!

Die 'Goldeneye'-Kräfte sind cool: Vom Schutzschild bis hin zum Herumwerfen der Gegner kommen sie ordentlich zur Geltung und machen den geradlinigen Durchmarsch unterhaltsam. Denn ansonsten ist am Ex-Staatsdiener noch die Beamten-Routine kleben geblieben: Durch Staudamm und Octopus-Basis ballert man sich ohne inhaltliche Glanzpunkte eines Halo 2, was auch an der tristen Grafik liegt.

Magertexturen verzieren Wand und Boden, die ich in so bescheidener Qualität zuletzt in GTA Vice City (dt. Version) an den Gebäuden gesehen habe. Der Lichtblick in der optischen Einöde sind kluge Gegner. Sie lauern hinter einem Container und strecken nur ihren Arm zum schießen hervor, während sie aufgrund Gegenfeuer in Deckung bleiben. Andere bringen sich vor einer Handgranate durch einen Sprung in Sicherheit oder verschanzen sich bei zuviel Gegenwehr hinter einem Autowrack. Sie lösen sogar Fallen aus und zielen besser, je länger man an einer Position verharrt.

Ansonsten hat sich EA nicht verausgabt: Schießen mit zwei Waffen gleichzeitig und Geiseln nehmen sind nicht innovativ und bringen spielerisch kaum was. Gleiches gilt für den einschläfernden Soundtrack mit seinen einfallslosen Melodien und den unpassenden Synchronstimmen.

In Goldeneye Rogue Agent hat man viel Potential verschenkt. Einzig die Kräfte des 'Goldeneye'-Auges und die gewitzten Feinde machen den Ego Shooter lohnenswert, der ein passables - aber auch routiniertes - Programm abspult.





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