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Gamefront: Die aktuelle Ausgabe


Daten

System: PS2
Entwickler: Rockstar
Vertrieb: Take-Two
Test in GAMEFRONT # 49


Als kleiner Gauner kehrt Toni Cipriani nach Liberty City zurück: Mit Anschlägen, Mord und Diebstahl will er in der frei begehbaren Stadt zur einflussreichen Unterweltgröße aufsteigen.



Auf PSP gibt's GTA Liberty City Stories schon seit Oktober 2005. Für die PlayStation2 setzt Rockstar die Handheld-Ausgabe um: Ohne Mehrspieler-Modi wütet der Spieler erneut als Toni Cipriani in Liberty City, dem Schauplatz von GTA III; im Gegensatz zum dritten Teil sehen einige Gebäude anders aus, das Straßennetz ist zum Großteil gleichgeblieben.

Als Toni 1998 in die verruchte Metropole kommt, hat er nichts mehr zu melden: Andere Bosse organisieren das Verbrechen in den Stadtteilen Portland, Shoreside Vale und Staunton Island. Triaden und Forellis haben die Unterwelt fest im Griff.

Nur der Pate Salvatore Leone greift Toni unter die Arme, damit er in der Szene wieder eine große Nummer wird. Auftragsmord, Bandenkrieg und brisante Fahrdienste verhelfen Toni zu Respekt und Geld.

Die ersten Jobs muss er aber für den schmierigen Vincenzo erledigen: Sindacco Dealer umlegen und Mafiosi vor der Polizei retten sind für Toni nur unterbezahlte Laufburschenaufträge. Erst später bekommt er von JD O'Toole, Salvatore und sechs anderen zwielichtigen Gestalten anspruchsvollere Jobs, die auch mehr Kohle einbringen: Bei einer Hochgeschwindigkeits-Jagd einen verrückten Motorrad-Rocker killen, und einen Jeep voller Drogen vor den Augen der Polizei stehlen.

Über ein Dutzend Waffen sind in der gesamten Stadt verteilt. Waffenläden verkaufen AK-47 Sturmgewehr und Granaten aber auch gegen Bares. Fahrbare Untersätze sind generell umsonst: Toni zerrt den Fahrer aus dem Wagen oder prügelt ihn vom Motorrad, schon hat er seinen Dienstwagen für den nächsten Auftrag.

Zu viele Gesetzesverstöße erhöhen die Fahndungsstufe: Läuft zunächst nur ein Polizist gelangweilt hinter Toni her, kleben bei drei Sternen Helikopter und SWAT-Teams an seiner Stoßstange. Um die Verfolger abzuschütteln, sammelt man Fahndungs-Level senkende Sterne oder fährt zur Umlackierung in die 'Pay'N'Spray'-Garage. Hat sich die Lage beruhigt, wechselt Toni im Unterschlupf die Kleidung und sichert den Spielstand.

Mit etwa zehn Neben-Jobs vertreibt sich der Spieler die Zeit fernab der langen Hauptgeschichte: Als Taxi-Fahrer verdient er sich etwas dazu oder kämpft auf Seiten der Polizei mal für die Guten. Die Malocherei verbessert aber manchmal auch Tonis Fähigkeiten: Hat er für die 'Punk Noodles'-Filiale zehn Mal erfolgreich Nudeln ausgeliefert, steigt die Lebensenergie dauerhaft um 25 Punkte.




Die größte Neuerung der Serie fehlt in der PS2-Version: Die Mehrspieler-Modi. Als Wiedergutmachung trumpft die Umsetzung allerdings mit ein paar Verbesserungen auf.
Der größte Vorteil ist die präzisere Steuerung, die vom zweiten Analogstick und zwei zusätzlichen Schultertasten profitiert. Die Kamera ist jetzt auch frei drehbar, was für deutlich mehr Übersicht sorgt.

Die etwas schwerfälligen Waffenwechsel - auf PSP nur via Digikreuz - sind jetzt schneller, denn die Waffen sind bequem mit den Schultertasten anwählbar. Dasselbe betrifft die Zielerfassung, wo man auf PS2 mühelos mit den Schultertasten die Ziele wechselt. Auch 'Drive By Shootings' mit Vehikeln sind sehr viel einfacher zu handhaben.

Die PS2 hat auch ein paar feinere Texturen, was besonders deutlich an der Vegetation wird. Bäume sehen realistischer aus als auf dem Handheld, besitzen feine Äste, Blätter und Nadeln - auf PSP haben sie nur platte, eckige Texturen und ähneln einem zusammengesteckten Plastik-Weihnachtsbaum. Der Schattenverlauf auf Grünflächen ist auf der PS2 weicher, beim Wechsel von Hell nach Dunkel sind mehr Farbabstufungen zu erkennen; auf PSP ist der Übergang hart.

Die Fernsicht ist auf der PS2 einen kleinen Tick größer, was sich im eigentlichen Spiel aber kaum bemerkbar macht. Steht man im Hafen von Portland auf einer Lagerhalle, sind auf PS2 in der Ferne die Wolkenkratzer von Staunton Island zu sehen. Auf PSP ist nur noch die davorliegende Brücke zu erkennen. Die Bildrate ist auf PS2 etwas höher, was während des Laufens und beim Fahren durch Kurven positiv auffällt.

In der gewaltigen Metropole sind eindeutig mehr Menschen und Vehikel in den Straßen unterwegs als auf PSP. Das merkt man gerade bei Schusswechseln mit Ordnungshütern oder feindlichen Banden: Beim Bewachen eines Spielcasinos drängelten sich 15 Autos gleichzeitig auf der Kreuzung, die in einer Kettenreaktion nacheinander in die Luft flogen. Der Bildschirm bebte ununterbrochen, immer mehr ahnungslose Passanten und Wagen näherten sich der Flammenhölle - so viel Action hab' ich in keinem anderen GTA erlebt.

Die Radiostationen sind etwas mager bestückt, ein paar zusätzliche Songs hätten für mehr akustische Abwechslung gesorgt.

Ansonsten profitiert die PS2-Version von vielen Neuerungen der PSP-Vorlage. Schneller erreichbare Speicherpunkte in Portland und Shoreside Vale, Motorräder sind spielbar, die Kamera ist beim Fahren höhenverstellbar und beim Wagendiebstahl schwenkbar - ein heraneilender Polizist ist rechtzeitig zu sehen.

Auch die liebevolle Integration bekannter Charaktere und Ereignisse sowie die Sprüche und Andeutungen in den Radiosendungen verdienen Lob. Und schließlich sind die Ladezeiten auf der PS2 ein bisschen kürzer.

Rockstar stellt die Umsetzung unter das Motto: 'Leicht verdientes Geld'. Das heißt: Alle offensichtlichen Verbesserungen, die durch die PS2-Hardware sowieso gegeben sind, werden hingenommen. Nämlich: Bessere Steuerung und Kameraführung dank dem zweiten Analogstick sowie vereinfachte Zielerfassung und Waffenwahl durch zusätzliche Schultertasten.

Was aber ein bisschen Mehrarbeit erfordert hätte, das bleibt außen vor: Hubschrauber, mehr Radiostationen, ein paar längere Missionen. Rockstar war sich dessen wohl bewusst und bietet die PS2-Version deshalb nicht umsonst für unter 30 Euro an.

Besitzer der PSP-Version brauchen diese Umsetzung nicht. Wer noch kein Liberty City Stories hat und auf den Mehrspieler-Modus verzichten kann, macht mit der preiswerten PS2-Umsetzung nichts falsch: Sie ist immer noch ein vollwertiges GTA, mit irren Charakteren, typischer Bewegungsfreiheit und Dutzenden Spielstunden in einer gigantischen Stadt. Müsste ich mich zwischen beiden Versionen entscheiden, würde ich die PS2-Version nehmen.




Eigentlich komme ich mir etwas verarscht vor, habe ich mir doch die PSP-Version gleich am ersten Tag gekauft. Denn hätte ich gewusst, dass eine PS2-Umsetzung kommt, hätte ich mir den Kauf sparen können. Na gut, das Spiel kostet ja keine 30 Euro - trotzdem muss ich dafür wieder zwei Wochen lang Jeans in Indien färben!

So sehr mir die PSP-Version auch gefällt: Es ist einfach was völlig anderes, GTA auf einem großen Bildschirm zu spielen.

Dass der Mehrspieler-Modus fehlt, ist mir egal - denn ich habe sowieso keine Freunde. Also ich meine Freunde mit PSP. Natürlich ist das nicht toll, dass Rockstar diese Spielvariante über Bord geworfen hat: Doch wenn ich dem die vielen kleinen Verbesserungen gegenüberstelle, sieht die Sache schon wieder etwas anders aus.

Denn technisch hat die PS2-Version mehr auf dem Kasten: Sie ruckelt etwas weniger, die Bildrate ist ein bisschen höher. Auch die Lichteffekte sehen auf der PS2 schicker aus. Entscheidend sind für mich aber Steuerung und Kameraführung, die durch den zweiten Analogstick sehr viel besser sind als auf PSP.

Auch das Wechseln zwischen mehreren Zielen ist deutlich präziser, weil's zwei Schultertasten mehr gibt. Und das bewährt sich besonders dann, wenn viel los ist. Wie z.B. die zahllosen Killer vor Tonis Elternhaus, die ihn umlegen wollen. Auf PSP wurde ich zum Fingerakrobaten, indem ich mit dem Digikreuz mühsam von Gangster zu Gangster schaltete - gerade mitten im Laufen mit der Pistole fast unmöglich. Auf PS2 wird der Abzug betätigt und wunderbar zwischen den Mafiosi via Schultertasten nach Links und Rechts durchgeschaltet, so dass sie wie die Schießbudenfiguren umfallen.

Wer gerade San Andreas beendet hat, kriegt womöglich einen Schock. Denn im Vergleich zum letzten 'großen' GTA ist Liberty City Stories etwas bescheidener: Keine Flugzeuge und Hubschrauber, keine Verbesserungen der eigenen Fähigkeiten beim Waffeneinsatz und eine viel kleinere Spielwelt. Es fehlt einfach vieles, was Rockstar in San Andreas neu eingeführt hat.

Im Grunde ist Liberty City Stories nur ein GTA 3.5, wenn auch ein sehr gutes. Es gibt viele Missionen und zig Möglichkeiten, in der Metropole auf den Putz zu hauen. Die Handlung fügt sich gut ins GTA-Universum ein und klärt über Geschehnisse aus anderen Episoden auf.

Bessere Grafik, Steuerung und Kamera: Liberty City Stories steigert sich in wichtigen Punkten, opfert dafür aber den Mehrspieler-Modus. Wem es nur auf die üppige Solokampagne ankommt, für den geht die Rechnung auf. Das Spielvergnügen kommt in die Regionen der anderen 'stationären' GTA-Teile - und die waren auch ohne Mehrspieler-Variante top!


Testmuster von: ACME - The RPG Experts



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