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Gamefront: Die aktuelle Ausgabe


Daten:

System: Xbox, Gamecube (beide getestet), PS2, Xbox 360
Entwickler: Electronic Arts
Vertrieb: Electronic Arts
Version: PAL


Licht an, Hände hoch! Die illegalen Straßenrennen finden nicht nur am Tag statt, jetzt verfolgt auch noch die Polizei die rücksichtslosen Fahrer.



Heraus aus den Nachtrennen Bayviews, hinein in das sonnige Rockport! Doch der Einstieg in die Streetracer-Szene misslingt: Nach einem sabotierten Rennen verliert man seinen schnellen BMW an PS-Rowdy Razor, die Nr. 1 auf der Blacklist. Auf der Liste stehen die 15 besten 'Streetracer' der Stadt.

Durch Rennsiege und erfolgreiche Fluchtfahrten vor der Polizei arbeitet man sich langsam die Liste hoch, verbessert seinen Ruf und holt sich am Ende seinen Wagen im Duell gegen Razor zurück.

Rockports verzweigtes Straßennetz befährt man wie im Vorgänger vollkommen frei. Symbole auf der eingeblendeten Minikarte weisen den Weg zu sechs unterschiedlichen Wettbewerben: Auf Knopfdruck nimmt man an Sprint- oder Rundkursrennen gegen drei Computergegner teil, den lahmen Zivilverkehr drängelt man zur Seite.

Alternativ wählt man 'Mautstellen'-Zeitfahrt, 'Radarfallen'-Blitzer oder 'Drag'-Beschleunigung auch direkt aus dem Menü und spart sich die Anfahrt.

Die genervte Polizei setzt bei Sichtkontakt sofort zur Verfolgung der Fahrer an. Im Flucht-Modus kleben die Streifenwagen hartnäckig an der Stoßstange, mit Vollgas und Nitro-Boost versucht man sich abzusetzen. Drischt man mit 250 km/h fast gegen die Leitplanke, aktiviert man den 'Speedbreaker'. Das Spiel geht vorübergehend in Zeitlupe: Präzise lenkt man den Wagen weg von der Randbegrenzung und umfährt so auch andere Hindernisse. Eine Schadensmodell wie in Burnout fehlt, mehr als zierliche Beulen oder einen Sprung in der Heckscheibe gibt es nicht zu sehen.

Bei andauernder Hetzjagd erhöht sich die Fahndungsstufe ähnlich GTA in fünf Schritten, bis hin zum 'Most Wanted'-Status: Jetzt kreisen Hubschrauber, und Polizei-Pickups rammen frontal. Gleichzeitig nehmen Corvette-Streifen mit einer Umzingelungs-Taktik die Fahrer in die Mangel.

Um der Verhaftung zu entgehen, trickst man die Cops mit einem Verfolgungs-Stopper aus: Ein Abstecher durch die Tankstelle entfacht ein Flammeninferno, eine durchfahrene 'Donuts'-Bude stürzt zusammen - das Chaos ermöglicht oft die Flucht ins sichere Versteck, das als blaues Symbol auf dem Radar blinkt. Sofort erhöhen die Bullen das Kopfgeld, was aber auch dem Aufstieg in der Blacklist hilft.

Sind die vorgeschriebenen Rennen und Herausforderungen erledigt, kommt's zum Duell mit einem Blacklist-Fahrer: Schlusslicht Sonny braust zwar in einem PS-starken GTI über die Piste, nach ein paar Abkürzungen ist er aber in zwei Läufen abserviert. Mit etwas Glück kassiert man sein Fahrzeug, ansonsten einen Batzen Geld oder einzigartige Bauteile.

Der Tuning-Shop verkauft Turbolader und Sportgetriebe; eine Balkenanzeige verrät den Leistungsgewinn. 'Schrauber' führen letzte Feineinstellungen an Übersetzung, Federung und Motor durch. Außerdem lässt sich die Karre mit neuer Lackierung und Carbon-Felgen optisch aufpeppen. Neue Bauteile schalten sich frei, wenn ein Blacklist-Fahrer erledigt ist.
Über SMS und Handy melden sich befreundete Fahrer mit Tipps. Rivalen schicken dagegen Spott und Drohungen durchs Netz. Zwei Spieler fahren im geteilten Bildschirm, während auf der Xbox Online-Duelle mit bis zu vier Freunden möglich sind.




An den etwas monotonen Need for Speed Underground-Auftritten zieht die neue Most Wanted-Episode direkt vorbei: Die perfekt miteinander verwobene Kombination aus Hochgeschwindigkeitsrasereien in Luxus-Rennwagen und spannenden Straßenschlachten spielt sich ausgesprochen gut.

Die direkte Steuerung macht rasante Ausfahrten über mehrspurige Autobahn, breite Bundesstraße und durch enge Kurven der Innenstadt zum Kinderspiel. Selbst bei wilden Drifts über Grünstreifen stellen sich Porsche, Lotus, Lamborghini und Co. nur selten quer. Voraussetzung dafür ist allerdings ein ausgewogenes Fahrzeugtuning.

Setzt man zu sehr auf Tempo und vernachlässigt Bremsen oder angemessene Bereifung, lässt sich der überzüchtete Bolide nur noch schwer beherrschen. Die verwendete Grafik-Engine setzt nur auf konventionelle und effektarme Texturen. Abrupte Richtungswechsel zwingen die ansonsten stabile Framerate auch schon mal in die Knie. Dafür sorgen satte Motorensounds für Stimmung, während der eingespielte Polizeifunk den Verfolgungsjagden zu dichter Atmosphäre verhilft.

Die Clinchs mit der Polente spielen sich quasi jedes mal anders und ergänzen den für ein Rennspiel schon ausgesprochen üppigen Umfang nochmals ernorm. Doch ist Most Wanted nicht aufgeblasen: Mit der durchdachten Menüführung behält man alles fest im Griff, kann auf Wunsch auch direkt zu den einzelnen Veranstaltungen durchstarten.

Die Rückbesinnung auf traditionelle 'Hot Pursuit'-Wurzeln macht Need for Speed - Most Wanted trotz etwas schwacher Optik zu einem der derzeit besten Rennspiele. Wer eingängige und eher action-orientierte Flitzereien mag, greift zu.




Konflikte mit der Polizei sind nicht nur im wahren Leben unterhaltsam, auch in Most Wanted sind die Staatsdiener Gute-Laune-Macher: Sie greifen in viele Rennen ein, versuchen die Raser wie in GTA auszubremsen und dingfest zu machen. So muss man nicht nur die erbarmungslose PS-Konkurrenz abhängen und in Schach halten, sondern auch die aggressiven Ordnungshüter - im Vergleich zum Vorgänger ein zusätzlicher Kick!

Die Tagrennen sind ebenfalls ein Pluspunkt und vertreiben die 'Keller Atmosphäre' von NFS Underground 2. Endlich checkt man beim Tuning, was ein Bauteil bringt. Die verständlichere Menüführung und die Option, auf Tastendruck sofort in einen Rennwettbewerb einzusteigen, machen Most Wanted anwenderfreundlicher.

Das Geschwindigkeitsgefühl ist hoch, auch wenn die Strecken kaum Fahrkünste verlangen: Rempler gegen die Leitplanke und das Streifen von Gebäuden drosseln den Temporausch nur gering. Selbst beim wilden Heizen durch einen Park liegen die Wagen sicher auf dem Asphalt und sind leicht zu handhaben.

Ziemlich cool ist der Funkverkehr der Cops, die fast jedes Manöver des Spielers kommentieren: 'Er fährt weiter Richtung Westen. Ist jetzt auf dem Highway. Achtung! Er wendet, wiederhole: Er wendet, fährt jetzt durch eine Tankstelle!' Sirenengeheul, dazu fetzige Musik, während man hektisch zwischen ahnungslosen Zivilfahrzeugen hindurchprescht und mit anderen Fahrern verbissen um Positionen kämpft - das lässt den Puls hochschnellen.
Wertungsdämpfer gibt's für die leicht ruckelige Grafik, was auch die Zwischensequenzen betrifft. Außerdem sind einige Texturen etwas verwaschen, doch fällt das bei den hohen Geschwindigkeiten kaum auf.

Der Karrieremodus treibt die Straßenrennen ordentlich voran, die in erster Linie von den dramatischen Verfolgungen durch die Polizei profitieren. Die Tagrennen und klaren Tuning-Möglichkeiten machen Most Wanted auch für Einsteiger interessant.







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