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Test: Resident Evil Outbreak

Daten:
System: PlayStation 2
Entwickler: Capcom
Vertrieb: Capcom
Version: PAL
Release: 17.09.04 (Europa)
Test in GAMEFRONT 45


Flucht aus Raccon City! Acht Überlebende wollen der Zombie-Invasion entkommen und greifen sich als Team unter die Arme.


Die Jukebox dudelt vor sich hin, entspannte Gäste sind im Gespräch vertieft. Polizist Kevin schaut ins eiskalte Whiskey-Glas, als plötzlich die Tür der Bar auffliegt: Eine verweste Gestalt taumelt herein und fällt blutrünstig über die verschreckten Gäste her. Nur eine Handvoll Zivilisten überlebt mit Kevin das Massaker: Gemeinsam müssen sie einen Fluchtweg aus der Stadt finden, die von Zombies überrannt wird.

In fünf Szenarien erlebt
Resident Evil Outbreak Screenshot Bild
man den Survival Horror nicht alleine, sondern im Team: Bis zu drei Partner begleiten einen der acht Helden, von denen jeder unterschiedliche Spezialfähigkeiten hat. Reporterin Alyssa knackt Türschlösser und weicht auf Tastendruck flink den ausgestreckten Zombiepranken aus. Der Arzt George mixt neue Medizin aus gefundenen Zutaten, Klempner David baut aus Gegenständen Waffen zusammen.

Der Spielverlauf ist Resident Evil-typisch: Schlüssel finden, T-Virus verseuchte Mutanten töten und kleinere Puzzles knacken. Mit dem Analogstick steuert man durch Tiefkühllabor und Luftschacht, mit der O Taste auch im Laufschritt. Die Kamera folgt automatisch und zeigt wechselnde Ausschnitte.

Die anderen Teammitglieder steuert der Computer: Sie öffnen selbstständig Türen, sammeln Gegenstände ein und kämpfen gegen die rund ein Dutzend Gegner. Mit dem rechten Analogstick bittet man sie um Unterstützung. Den Hilferuf oder Marschbefehl nimmt aber nicht jeder CPU-Kollege sofort zur Kenntnis; manche klettern ruckzuck die Leiter hinauf, andere brauchen eine erneute Aufforderung. Capcom will ihr Verhalten menschlich und unberechenbar wirken lassen - willenlose Drohnen sollen nicht durch's verwüstete Raccoon City flitzen.

Mit der rechten Schultertaste schaltet man in den Angriffsmodus. Kevin rammt eine Hunter-Echse zur Seite, Alyssa prügelt mit der Stahlstange auf den Cerberus-Hund ein.
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Munition und Heiltrank teilt man untereinander auf. Nur wenn ein Partner im selben Raum ist, lässt sich das mindestens vier Gegenstände umfassende Inventar untereinander tauschen.

Ein Blick in die Taschen der Partner lohnt sich, denn oft hat einer das Erste-Hilfe-Spray oder die Schrotflinte gefunden. Grundsätzlich ist man von Anfang an mit dem tückischen T-Virus infiziert. Mit jeder Sekunde breitet sich das Virus weiter im Körper aus, eine Prozentanzeige informiert über den Grad der Verseuchung. Bei Feindkontakt schnellt sie nach oben und bei 100 Prozent ist man tot.

An spärlich verteilten Schreibmaschinen speichert man den Fortschritt. Die Leistung wird nach erfolgreichem Überlebenskampf mit einem von sieben Rängen bewertet. Es schaltet sich nicht nur das nächste Szenario frei, sondern auch jede Menge Extras: Punkte tauscht man gegen neue Kostüme, Bilder, Soundclips, Schwierigkeitsgrade und Filme ein.





Fehlt da nicht was...? Ist Resident Evil Outbreak in den USA und Japan online spielbar, so hat Capcom die Internetduelle für Europa schockgefrostet: Statt online mit menschlichen Spielern aus der Stadt des Grauens zu flüchten, plagt man sich offline mit computergesteuerten Charakteren herum. Auch sonst hält sich in den heruntergekommenen Straßen von Raccoon City ein Mehrspielermodus bestens versteckt.

Das größte Entsetzen sind die Ladezeiten, die nach einer Zwischensequenz oder dem Öffnen einer der zahllosen Türen schon mal bei rund vierzehn Sekunden liegen. Zwar haben die acht Helden verschiedene Fähigkeiten, doch die machen der Langzeitmotivation auch kein Feuer unterm Hintern - das erneute Durchspielen der mickrigen fünf Levels schreckt mehr ab als ein "Jamba"-Klingelton.

Dennoch entstauben die vielen
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neuen Fähigkeiten der Truppe die eingerostete Resident Evil-Spielmechanik: Die Tür zuhalten und mit Brettern vernageln oder das Stützen Verwunderter sind eine willkommene Bereicherung.

Nur mit der Select-Taste geht das Spiel in den Pausemodus. Selbst wenn man einen Zahlencode in einen Computer eingibt und wehrlos ist, greifen Zombies weiter an.

Online wäre das kein Problem, denn ein wachsamer Gefährte gibt Rückendeckung. Offline reagieren die CPU-Heinis aber desinteressiert oder zu spät und lassen ihren Kameraden lieber vom Zombie zerfleischen. Überhaupt scheinen sie mit ihrem Leben schon abgeschlossen zu haben: George wirft eine vollgeladene Schrotflinte zu Gunsten eines alten Rohrs weg, Kevin kehrt nach fünfminütiger Abwesenheit ohne Munition und Knarre zurück - dafür hat er stolz ein blaues Heilkraut dabei. Was wirklich wichtig fürs Weiterkommen ist, checken die Kameraden nicht.

Für hartgesottene Resident Evil-Fans gibt's in dem halbgaren Horror-Abenteuer trotzdem viel zu entdecken: Neue Charaktere, Handlungsorte und Hintergrundinfos sowie tonnenweise freischaltbare Extras. Quälend lange Ladezeiten zermürben alle anderen Zombiejäger, die sich zudem noch mit widerspenstigen Computerpartnern herumplagen. Das mysteriöse Fehlen eines Online-Modus ist unverzeihlich und wird vielleicht mal in einem "Wesker's Report" erklärt.



Spielspaß-Wertung




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