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Gamefront: Die aktuelle Ausgabe


Daten:

System: PS3, Xbox 360 (getestet)
Entwickler: Liquid Entertainment
Vertrieb: Codemasters
Version: PAL


König Jason und seine Spießgesellen machen die Antike unsicher und bekommen es leider auch mit antiker Technik zu tun.



König Jason von Iolkos ist sauer: Da hat er sich schon auf die flotte Hochzeitsnacht mit seiner frisch Angetrauten Alceme gefreut, als ihr plötzlich ein fieser Meuchelmörder einen Pfeil in den Rücken schießt. Aber nicht mit Jason: Schnell findet er heraus, dass er Alceme mit dem goldenen Vlies wieder lebendig machen kann!

Er schnappt sich seinen besten Kumpel und Trauzeugen Hercules und macht sich auf den Weg. Auf Delphi, Kythra, Saria und Mykene gibt es eine Menge Aufgaben zu lösen, Verbündete zu treffen und Monster zu besiegen, bis das begehrte Vlies endlich im finsteren Tartarus gefunden ist.
Am besten lässt sich Liquid Entertainments "Rise of the Argonauts" als eine Mischung aus Biowares "Mass Effect" und Sonys "God of War" beschreiben: Von ersterem hat Jason seine RPG-Elemente und das komplette Dialogsystem geliehen. Wenn er dagegen mit Speer, Streitkolben und Schwert gegnerische Söldner, Satyrn und Tartarus-Monster zu Hackfleisch verarbeitet, stand eindeutig Kratos für die plakative Gewalt Pate.

Allerdings bieten die Argonauten in beiden Bereichen "Light"-Kost: In Sachen Attacken, Kombos und fiese Special-Moves hat "God of War" weit mehr zu bieten, die Rollenspiel-Elemente wurden stark vereinfacht, Zahlenwerte gibt es nicht zu beachten und auch vor eindeutige Gut-Böse-Entscheidungen wird Jason nie gestellt.

Stattdessen hat er oft die Wahl aus vier Antworten die meist zu recht ähnlichen Ergebnissen führen. Fühlt sich Jason Kriegsgott Ares zugeneigt, dann antwortet er barsch und direkt, steht er eher dem gerissenen Hermes nah, dann versucht er es auf die listige Tour. So, und durch die Widmung der Heldentaten kann der Spieler bei seinen vier Schutzgöttern Eindruck schinden: Sie verleihen ihm im Gegenzug neue aktive und auch passive Fähigkeiten im Kampf.




Langsam wünsche ich mir einen Warnsticker: "Obacht, Unreal Engine!". Denn genauso wie bei Square Enix' Pop-Up-Ruckelorgie "The Last Remnant" ist das größte Problem der Argonauten nicht die Gegnerschaft, sondern die Technik selbst - Jasons Welt ruckelt, leidet unter Textur-Pop-Up und ein paar ziemlich hässlichen Matsch-Texturen, die ich so auf einer modernen Hardware eigentlich nicht mehr sehen will.

Liebe Entwickler, wenn ihr (im Gegensatz zu Epic selbst) mit der teuer eingekauften Engine nicht klar kommt oder sie für euer Spiel nichts taugt, dann sucht euch halt eine andere!

Ist der Ärger über die schwache Technik (und die Anfangs viel zu nervöse Kamera) aber erst mal verflogen, dann geben Jason und seine Truppe Gas: Die Mischung aus Adventure und Action macht Spaß, die "Multiple Choice"-Dialoge sind fast durchweg stimmig und die Kämpfe haben Schmiss - bis auf den ein- oder anderen Endgegner sind die meisten Monster zwar eher Kanonenfutter, dafür muss Jason aber auch nie zu lange metzeln, bis die Geschichte weiter geht.

Toll ist das "Skill"-System: Es macht mehr Spaß, den Göttern seine Heldentaten zu widmen, als einfach nur Punkte gegen Fähigkeiten einzutauschen. Allerdings hatte ich öfters das Gefühl, die Katze im Sack zu kaufen, ein paar mehr Erklärungen, was es mit den neuen Fähigkeiten auf sich hat wären nett.

Ein Rat noch: Bevor ihr die Argonauten ins Laufwerk schiebt, solltet ihr euer System auf Englisch stellen: Die deutsche Synchro ist ein Schuss ins Knie und macht den Spieler schnell zum wütenden Aggronauten: Hier war die Laienspieltruppe Schmerlenbach am Werk, am Mischpult saß der schwerhörige Großvater des Hobby-Regisseurs, anders lässt sich die hier gebotene "Leistung" nicht erklären.

Es ist schade - mit zwei bis drei zusätzlichen Monaten Entwicklungszeit hätte Jasons Abenteuer eine ganze Spur besser ausfallen können, das Potenzial und die Ideen sind vorhanden. So reicht's mit dem etwas zu knappen Umfang, den gegen Ende gerne mal auftretenden Bugs und der fiesen Synchro leider nur für eine Wertung mit Mittelmaß.




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